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Hochzeitsbräuche

Damit Ihr Fest ein voller Erfolg wird, haben wir einige schöne Bräuche zusammengetragen, die Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen können:

Polterabend
Das Brautpaar lädt Freunde und Nachbarn ein, um sich mit einer Party aus dem Kreis der Ledigen zu verabschieden. Dazu bringen die Gäste Porzellan mit, das vor der Haustür des Paares zerschlagen wird. Das laute Gepolter soll böse Geister vertreiben. Doch es muß Porzellan sein - denn nur diese Scherben bringen dem Brautpaar Glück! Daher bringen Sie zum Polterabend bitte kein Glas, Steinzeug oder ähnliches mit und auch kein ausgedientes Waschbecken. Konfetti hat auf dem Polterabend ebenfalls nichts verloren.
Übrigens: Die Aufgabe des Brautpaares ist es, gemeinsam die Scherben zusammenzufegen - als erste gemeinsame Handlung. So zeigen sie, daß sie auch in der Ehe Schwierigkeiten gemeinsam lösen werden.

Brautschuhe mit Pfennigen bezahlen
Eine alte Tradition ist es, die Brautschuhe mit Pfennigen (heute Cents) zu bezahlen, welche seit Kindertagen gesammelt wurden. Ursprung dieser Tradition: Eine Braut belegt damit, daß sie besonders sparsam, treu und beständig ist. Doch Vorsicht! Nicht alle Schuhgeschäfte sind begeistert, wenn eine Kundin Ihre Schuhe mit so vielen Münzen bezahlen möchte!

Vier Dinge für die Braut
„Etwas Geliehenes (Glück), etwas Altes (Kontinuität), etwas Neues (Optimismus) und etwas Blaues (Treue).” Ohne diese Dinge sollte sich die Braut an Ihrem Hochzeitstag keinen Schritt aus dem Haus wagen.

Geldstück im Brautschuh
Die Braut sollte in Ihrem Brautschuh ein Geldstück verstecken, um die Finanzen in der Ehe immer in Schwung zu halten. Somit ist Wohlstand garantiert!

Reis werfen & Blumen streuen
Nach der Trauzeremonie streuen Kinder bunte Blumen auf den Weg vor das Brautpaar. Diese sollen Fruchtbarkeit symbolisieren. Die übrigen Gäste werfen nun auch noch Reiskörner über das frisch vermählte Paar, damit in der Ehe nichts mehr schief gehen kann. Glück und Reichtum sind so gesichert! Klären Sie aber vorher, ob Reis werfen oder Blumen streuen erlaubt ist und organisieren Sie die anschließende Reinigung.

Brautstrauß werfen
Nach der Trauung fordert die Braut alle anwesenden, unverheirateten Frauen auf, sich hinter ihr aufzustellen. Die Braut wirft ihren Brautstrauß (oder auch einen speziellen „Wurfstrauß”, wenn sie ihren Strauß behalten möchte) in hohem Bogen rückwärts über die Schulter. Diejenige, die ihn fängt, wird als Nächstes heiraten.
Mancherorts geht der Brauch noch weiter! Auch für die Junggesellen gibt es eine Art „Brautstrauß”: Der junge Mann, der das Strumpfband der Braut - geworfen vom Bräutigam - gefangen hat, tanzt mit der Dame, die den Brautstrauß gefangen hat. Hochzeiten waren schon immer der ideale Ort, um Paare zu verkuppeln ;-)

Der Bräutigam sollte niemals ans Steuer
Um nicht direkt ins Unglück zu fahren, sollte sich der Bräutigam am Hochzeitstage niemals selbst ans Steuer begeben!
Besser und romantischer ist die Fahrt mit einer Kutsche oder einer Limousine.

Brautschuh versteigern
Während der Hochzeitsfeier wird der Braut ein Schuh entwendet und anschließend versteigert. Der bzw. die Höchstbietende darf den Schuh behalten. Die Braut erhält den Erlös, um sich neue Schuhe kaufen zu können. Kleiner Tip: Sie sollten dafür sorgen, daß die Braut Ersatzschuhe hat. Alternativ wird auch oft das Strumpfband versteigert. Bei der „amerikanischen Versteigerung” ist der Erlös im Allgemeinen höher...

Hochzeitstorte
Im antiken Rom wurde zum Hochzeitsfest ein Mandelkuchen über dem Kopf der Braut zerbrochen. Die Gäste sammelten die Krümmel und aßen sie. Man versprach sich Glück und Gesundheit. In späterer Zeit brachten die Gäste Kuchen und Torten mit, die aufeinander gestapelt wurden. So entstand die typische Form der Hochzeitstorte.
Das Backen der Hochzeitstorte bleibt dem Konditor, Mutter, Oma oder Freunden überlassen. Niemals jedoch darf die Braut selbst in die Küche.
Einen reichen Kindersegen soll der Kuß über der Torte bescheren. Es ist wichtig, sie dabei nicht zu berühren oder gar umzustoßen.
Das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte ist und bleibt einer der Höhepunkte der Hochzeitsfeier.
Man beachte: Wer beim Anschneiden die Hand oben hat, wird auch in der gemeinsamen Ehe das Sagen haben. Anschliessend füttert sich das Brautpaar gegenseitig mit dem ersten Stück und verteilt dann die restliche Torte unter den Gästen.

Schleiertanz
Um Mitternacht wird der Braut der Schleier abgenommen. Das Hochzeitspaar begibt sich auf die Tanzfläche, Gäste halten den Schleier über das Paar. Jeder, der mit der Braut oder dem Bräutigam tanzen möchte, muß ein wenig Geld in den Schleier werfen; wenn der Tanz zu Ende ist, wird der Schleier in Stücke gerissen und an Brautjungfern und Freundinnen der Braut verteilt. Diese sollen so vom Glück und Segen des Brautpaares abbekommen. Der Erlös soll der Anschaffung des ersten Kinderwagens dienen und wird von der Brautmutter verwaltet.
Den meisten Bräuten ist ihr Schleier zu schade, um ihn zerreissen zu lassen. Deshalb wird oft ein Ersatzschleier - ein Stück Tüllstoff oder Gardine - benutzt.

Brautkleid
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts trug die Braut schwarz. Diese Farbe wurde zwischenzeitlich durch weiß als Symbol für Unschuld und Liebe abgelöst. Die Braut sucht sich Ihr Kleid ohne den Bräutigam aus, der es auch erst am Hochzeitstage sehen darf. Diese Tradition beruht auf dem Aberglauben, daß die Vorbereitungen vor bösen Geistern und Dämonen verborgen bleiben sollten, damit diese das Liebesglück nicht stören.
Auch sollte die Braut ihr Kleid niemals selber nähen, das ist ein böses Omen und bedeutet viel Arbeit in der Ehe.

Ehering
Der Ehering hat eine sehr lange Tradition und steht durch seine Form als Symbol für die Ewigkeit bzw. Unendlichkeit. Der Ring ist sichtbares Zeichen für die Zusammengehörigkeit der Eheleute.

Blumenkinder
Blumenkinder sind ein Symbol der Fruchtbarkeit. Wenn sich ein Brautpaar reichlichen Kindersegen wünscht, sollte es am Tag der Hochzeit viele Blumenkinder haben, denn der Duft der Blumen, die sie streuen, soll die Fruchtbarkeitsgöttin anlocken.

Dosen am Brautfahrzeug
Nach der Trauung werden von Freunden, Bekannten oder Verwandten des Brautpaares leere Dosen mit einer Schnur am Brautauto befestigt. Das Geschepper der Dosen soll böse Geister vertreiben.

Geschenke für die Gäste
Um den Gästen zu zeigen, wie sehr man sich freut, daß sie der Einladung zur Hochzeit gefolgt sind, legt man Ihnen kleine Geschenke an Ihren Sitzplatz. Sehr beliebt sind Hochzeitsmandeln, die auf eine italienische Tradition zurückgehen. Die fünf Mandeln stehen für Gesundheit, Wohlstand, Fruchtbarkeit, Glück und ein langes Leben.

Der Hochzeitsschleier
Der Schleier, den die Braut zur Hochzeit trägt, stand einst für Ihre Jungfräulichkeit. Vor dem Altar wird dieser vom zukünfigen Ehemann gelüftet. Er wird auch heute noch bei manchen Hochzeiten um Mitternacht abgenommen; dies symbolisiert, daß die Braut von nun an als Ehefrau gilt.

Baumstamm zersägen
Ein Baumstamm wird nach der Trauung von den frischgebackenen Eheleuten mit einer Schrotsäge zersägt. Dieser Brauch steht für die erste Hürde, die gemeinsam genommen wird. Man kann diesen Brauch auch als Symbol für die Gleichberechtigung in der Ehe deuten.

Hochzeitskuß
Eine sehr lange Tradition hat der Hochzeitskuß. Ein Ursprung könnte der sogenannte „Friedenskuß” sein, den der Ehemann am Traualtar vom Pfarrer bekam und an seine Frau weitergab. Heute küsst sich das Brautpaar nach dem „Ja”-Wort - die schönste Geste, um den Ehebund vor der Öffentlichkeit zu besiegeln!

Sonne und Regen
Eine Weisheit besagt: „Wenn es regnet am Altar, bringt das Segen für viele Jahr.” Manche behaupten, daß jeder Tropfen, den es am Hochzeitstag regnet, für eine Träne steht, die in der Ehe nicht mehr geweint werden muß. Andererseits - scheint die Sonne, steht dies für Glück in der Ehe.

Die Brautkleid- oder Hochzeitstruhe
Vor einigen Jahrhunderten war der Brauch einer Aussteuertruhe mit dem Familienwappen den wohlhabenden Töchtern vorbehalten und zur Überreichung der vorgesehenen Aussteuer. Die Brautkleid- oder Hochzeitstruhe erfüllt heute eine bedeutungsvollere Aufgabe. Die Braut möchte nach ihrem schönsten Tag im Leben ihr Brautkleid und die schönsten Erinnerungen ihrer Liebe für immer aufbewahren. Durch die Brautkleid- oder Hochzeitstruhe soll sich das Brautpaar auch nach vielen Jahren an das gemeinsame ausgewählte Ereignis erinnern und erfreuen. Und damit jeden Tag die Sonne scheinen kann, sollten auch die „vier Dinge für die Braut”, (Glück, Kontinuität, Optimismus und Treue) in der Hochzeitstruhe bewahrt werden.


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