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Kleiner Hochzeitsknigge

Bei einer Hochzeit gibt es einige Dinge für Brautleute und Hochzeitsgäste zu beachten. Wir haben für Sie einige zusammengetragen, damit die Feier für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis wird.

Junggesellen/-innenabschied: Ein relativ neuer Brauch ist der Junggesellen/-innenabschied, bei dem der Freundeskreis der Brautleute viel Spaß hat. „Kleine Gemeinheiten” sind zwar erlaubt, das Wichtigste ist aber, daß Braut oder Bräutigam sich dabei wohlfühlen. Wenn Braut oder Bräutigam eher zurückhaltend oder schüchtern sind, sollte man sie auf keinen Fall zwingen, in lächerlicher Verkleidung Erotikhefte oder Kondome in der Fußgängerzone zu verkaufen. Schließlich ist es ihr letzter Abend als Junggeselle oder Junggesellin und auch sie sollten einen schönen Abend verbringen. Falls Sie als Mitorganisator noch ledig sind: Bedenken Sie, daß sich Braut bzw. Bräutigam für ihre „lustigen” Einfälle noch revanchieren können.

Hochzeitstanz: Der Hochzeitstanz, mit dem das Paar die Feier eröffnet, muß längst nicht mehr ein klassischer Walzer sein. Heutzutage kann man seinen Tanz eröffnen wie es einem gefällt. Gerne wird das Lieblingslied des Paares genommen. Eine überraschende Variante ist ein Hochzeitstanz, bei dem das Paar wie gewohnt mit Walzer beginnt und dann plötzlich zu einem völlig anderen Lied eine einstudierte Choreographie tanzt.

Tanzaufforderung: Wenn Braut oder Bräutigam Sie zum Tanzen auffordert, sollten Sie auf keinen Fall ablehnen. Selbst wenn Sie nicht tanzen können lautet das Motto: Zähne zusammenbeißen und durch. Machen Sie dem Paar so eine Freude, eine Ablehnung ist einfach unhöflich.

Diavortrag: Beliebt auf einer Hochzeitsfeier ist ein Diavortrag mit Bildern aus der Kindheit und Jugend des Brautpaares. Witzige Fotos mit modischen Jugendsünden sind erlaubt, aber auf kompromittierende Fotos mit intimen Posen, Unterwäschefotos oder ähnliches sollten Sie verzichten. Versuchen Sie sich bei der Auswahl der Fotos in das Brautpaar zu versetzen; diese sollten sich auf Ihrer Hochzeit nicht schämen müssen.

Hochzeitsrede: Eine Hochzeitsrede darf natürlich gerne witzig gestaltet und mit kleinen Anekdoten gespickt werden. Allerdings sollte man auf indiskrete Äußerungen oder kleine Boshaftigkeiten verzichten. Das Brautpaar hat in jedem Fall eine niveauvolle Rede verdient.

Geldgeschenke: Wenn das Brautpaar sich Geld zur Hochzeit wünscht, sollte man diesen Wunsch auch dann respektieren, wenn man ungern Geld verschenkt. Sicher möchte das Paar keinen dritten Mixer sondern sich mit dem Geld einen größeren Wunsch erfüllen bzw. es für eine schöne Hochzeitsreise verwenden. Mit einem Sachgeschenk treffen Sie womöglich nicht den Geschmack des Paares und außerdem gibt es viele kreative Möglichkeiten, das Geld ansprechend zu übergeben.

Spiele: Spiele gehören zu jeder Hochzeit, sollten aber allen Gästen und dem Brautpaar Unterhaltung bieten. Die verschiedenen Gruppen der Hochzeitsgesellschaft sollten sich auf jeden Fall miteinander abstimmen. Zu viele Spiele werden für Gäste und Brautpaar anstrengend. Sprechen Sie im Zweifel die Spiele mit dem DJ ab, der Ihnen aus Erfahrung raten kann, wann es besser ist ein Spiel wegzulassen.

Meinungsverschiedenheiten: Eine Hochzeit ist nicht der richtige Ort, um als Gast Streitigkeiten mit seinem Partner oder anderen Gästen auszutragen. Verabschieden Sie sich dann lieber und lassen der Gesellschaft ihre gute Stimmung.

Brautentführung: In Süddeutschland ist der Brauch der Brautentführung weit verbreitet. In Ostwestfalen-Lippe ist dies aber eher die Ausnahme, daher ist es rücksichtslos, den Tagesablauf der Hochzeit durch eine Entführung oder eine ähnliche Aktion komplett durcheinanderzubringen. Bedenken Sie bitte: hinter jeder Hochzeit steckt viel Vorbereitung und Planung, diese machen Sie durch eine Entführung kaputt!

Hochzeitstermin: Das Brautpaar sollte bei der Wahl ihres Hochzeitstermines darauf achten, daß das Datum nicht mit wichtigen Ereignissen kollidiert. Beispielsweise sollte man sich zur Terminabstimmung in Jahren von Sportereignissen wie Fußball-EM bzw. -WM einen Spielplan besorgen. Durch Berücksichtung solcher Termine vermeidet man Absagen bzw. eine Hochzeitsgesellschaft, die nur mit dem halben Herzen bei der Hochzeitsfeier ist.

Verabschiedung: Es ist zwar nicht unhöflich wenn das Brautpaar sich „französisch” verabschiedet, d.h. ohne ein Wort die Feier vorzeitig verlässt. Viel schöner ist es aber, wenn das Brautpaar bis zum Ende bleibt. Wenn die Feier sich dem Ende zuneigt, kann diese beispielsweise mit einem „Lagerfeuer” und einem Abschiedsgetränk beendet werden. Bei einem „Lagerfeuer” werden Kerzen oder ähnliche Lichtquellen in die Mitte des Saales auf den Boden gestellt und die verbliebenen Gäste setzen sich drumherum. So kann der schöne Tag in einem Gespräch ausklingen. Manchmal wird dazu noch gesungen.

„Notfälle”: Jede Braut sollte für sich (und den Liebsten) eine Notfalltasche packen. Folgendes sollte sich darin befinden: Taschentücher · Deo · Haarspray · Ersatz-Haarnadeln · Blasenpflaster · Kreislauftabletten oder -tropfen · Beruhigungsmittel · Kopfschmerztabletten · Hustenbonbons · Ersatz-Strumpfhose · Nähzeug · Sicherheitsnadeln · Kamm · Schminkzeug · Handy (in der Kirche ausschalten!) · Glücksbringer · bequeme Ersatzschuhe · Erfrischungstücher · Traubenzucker...

Einladung: Das Brautpaar lädt etwa 3-4 Monate vor der Hochzeit schriftlich zur Feier ein. Auf eine erhaltene Einladung zu reagieren sollte für jeden selbstverständlich sein. Eine Rückmeldung und ein kurzer Dank nach Eintreffen der Einladung hebt die Vorfreude das Brautpaares. Eine Zu- bzw. Absage sollte in jedem Fall bis zum in der Einladung genannten Termin erfolgen, damit das Brautpaar planen kann.

Kirche: Als Gast sollte man zur Trauung nicht zu spät erscheinen, denn knarrende Türen und klackernde Absätze stören die Zeremonie unnötig. Wenn das Brautpaar die Kirche betritt, sollten die Gäste bereits in der Kirche sitzen. Fotografieren wird von Pastoren und Pfarrern häufig nur zum Ein- bzw. Auszug geduldet und auf jeden Fall sollte ein „Blitzlichtgewitter” während der Trauung vermieden werden. Für Aufnahmen während der Zeremonie haben die Brautleute daher häufig einen Fotografen engagiert, dieser kann je nach Lichtverhältnissen auf Blitzlicht verzichten.

Sitzordnung in der Kirche: Die beiden ersten Reihen sollten für engste Verwandte und Vertraute des Brautpaares freigelassen werden. Also für Eltern, Geschwister und Großeltern. Trauzeugen, Brautführer, Paten und Blumenkinder können ebenfalls in den ersten beiden Reihen Platz nehmen.

Gratulation: Nach Trauung und Auszug aus der Kirche beglückwünscht man das Brautpaar vor der Kirche. Danach – sofern bekannt – auch die Eltern des Brautpaares.

Geschenkübergabe: Geschenke werden nicht an der Kirche überreicht, es sei denn, man ist zur Feier nicht geladen. Der beste Zeitpunkt zur persönlichen Übergabe ist zu Beginn der Feier. Man kann auch sein Geschenk mit Glückwunschkarte direkt auf dem Geschenktisch deponieren. Das Brautpaar wird sich in der Regel erst am nächsten Tag die Geschenke anschauen können und sich später persönlich oder schriftlich bedanken.

Sitzordnung auf der Feier: Braut und Bräutigam sollten nie am Kopfende der Tafel sitzen, sondern längsseits und natürlich mittig. Die Braut nimmt rechts von ihrem frisch angetrauten Ehemann Platz. Alle Gäste sollten das Brautpaar von vorne sehen können. Traditionell sitzen neben der Braut die Eltern des Bräutigams und neben dem Bräutigam die Eltern der Braut. Bei schwierigen Familienverhältnissen (z.B. geschiedene Eltern) bietet es sich an, statt der Eltern die Trauzeugen neben dem Brautpaar zu platzieren.

Hochzeitsbuffet: Das Buffet wird von den Brautleuten eröffnet und diese nehmen sich auch zuerst davon. Dem Brautpaar folgen Eltern, Trauzeugen und Brautführer. Erst danach dürfen die Gäste das Buffet „stürmen”. Vor dem Brautpaar vom Buffet zu nehmen ist respektlos!

Reden: Hochzeitsreden sollten erst gehalten werden, wenn alle Gäste anwesend sind und sich hingesetzt haben. Der richtige Zeitpunkt für die erste Rede ist nach der Vorsuppe oder dem ersten Gang. Traditionell beginnt der Brautvater mit seiner Rede, danach können sich weitere Redner anschließen. Jede Rede sollte sich aber auf maximal 5 Minuten beschränken.

Kleidung: Die am festlich gekleidetsten Personen des Tages sind die Brautleute. Dies sollten die Gäste bei der Auswahl Ihrer Garderobe berücksichtigen. Die Farbe Weiß ist allein der Braut vorbehalten! Alle männlichen Gäste behalten ihr Jackett solange an, bis der Bräutigam seines abgelegt hat.

Hochzeitstorte: Die ersten Stücke der Hochzeitstorte sind selbstverständlich für das Brautpaar. Das Brautpaar schneidet auch nur die ersten Stücke an, dann übernimmt das Servicepersonal oder Trauzeugen bzw. Brautführer.

Alkohol: Auch wenn es ein freudiger Anlaß ist: niemand sollte sich bis zur Besinnungslosigkeit betrinken – kein Brautpaar erinnert sich gerne an volltrunkene Hochzeitsgäste. Maß zu halten sollte aber auch für das Brautpaar gelten. Schließlich steht dem Brautpaar noch eine Hochzeitsnacht bevor...

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