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Hochzeitszeitung

Ein Highlight auf vielen Hochzeiten ist die Hochzeitszeitung. Diese wird üblicherweise von Freunden, Verwandten oder Brautführern gestaltet und nicht von den Brautleuten. Aber die Anfertigung einer Hochzeitszeitung ist mit viel Arbeit verbunden. Daher sollten Sie spätestens drei bis vier Monate vor der Hochzeitsfeier beginnen.

Im Folgenden ein paar Anregungen und Tipps, ganz subjektiv und nach eigener Erfahrung. Zunächst einmal: Wollen Sie sich diese Arbeit wirklich aufhalsen? Denn hierzu müssen Sie wirklich motiviert sein; haben Sie einmal anfangen, stehen Sie unter Erfolgsdruck! Die Belohnung für die Mühen – nämlich die Freude der Empfänger und Brautleute – erhalten Sie leider erst, wenn die Brautleute und Hochzeitsgäste das fertige Exemplar in den Händen halten.

Zu Beginn steht die redaktionelle Arbeit. Hierzu sollten Sie sich zunächst als (selbsternannter) „Chefredak-teur/-in” eine Redaktion suchen. Sinnvoll sind zwei bis drei, maximal fünf Mitstreiter/-innen, die Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen und mit denen Sie sich austauschen können.

Wenn die Redaktion größer wird, haben Sie sicherlich auch viel Spaß bei Ihren „Redaktionssitzungen”, aber die Arbeit bleibt dabei leider auf der Strecke. Idealerweise ist unter den Mitarbeitern einer mit Computer, Drucker, Scanner und Grafiksoftware (und vielleicht sogar mit Erfahrung in dessen Bedienung) dabei. Aber auch ohne diese Hilfsmittel kann man eine schöne Hochzeitszeitung erstellen, indem man das Material mit Schere und Kleber zu einer Kopiervorlage verarbeitet. Was soll denn Eingang in die Zeitung finden? Was möchten Sie mit der Zeitung erreichen? Die zweite Frage ist schnell zu beantworten: die Zeitung soll die Hochzeitsgäste unterhalten, vielleicht sogar – wenn die Gesellschaft sich relativ unbekannt ist – die Gäste untereinander ins Gespräch bringen. Die Frage nach dem Inhalt richtet sich nach der Antwort der zweiten Frage: In die Zeitung gehört alles, was unterhält (und einen Bezug zur Hochzeit hat) und/oder über die Brautleute berichtet.

Als nächstes sollten Sie im Kreis der Redaktion darüber beraten, welcher Art die Zeitung sein soll. Falls beide Brautleute in der gleichen Branche tätig sind oder ein gemeinsames Hobby (Motorradfahren, Garten, Kochen o.ä.) teilen, wäre die Gestaltung einer „Fachzeitschrift” naheliegend. Hierbei kann man sich an das Layout (das grafische Erscheinungsbild) der ausgewählten Publikation orientiern. Die von den Brautleuten abonnierte Tageszeitung gibt ebenfalls eine gute Vorlage ab. Sehr beliebt sind auch Liebesromane. Aber auch eine Art Sammlung von zusammenhanglosen Beiträgen, über die die Bezeichnung „Hochzeitszeitung” steht, ist möglich. Für den Inhalt der Zeitung ist das „Recycling” von Beiträgen aus früheren Hochzeitszeitungen sehr beliebt. Zusätzlich findet sich im Internet bei entsprechender Suche eine Vielzahl an Material. Bitte beachten Sie hierbei etwaige Urheberrechte: nicht alles, was im Netz zu finden ist, ist frei nutzbar! Außerdem gibt es dabei zu bedenken, daß das gedankenlose Verwenden dieser Vorlagen a) nicht sehr originell und b) wenig persönlich ist.

Trotzdem sollten Sie dieses zum „Brainstormen” (neudeutsch für „Ideenfindung”) im Kreis der Redaktion hinzuziehen, dieses kann Ihnen helfen, eigene Ideen zu entwickeln. Zur eigentlichen Arbeit ist folgendes Vorgehen hilfreich: Besorgen Sie sich eine Liste der eingeladenen Gäste (am Besten mit Adresse, Telefonnummer und eMail-Adresse; diese sind häufig bei den Brauteltern bzw. Brautführern erhältlich). Kontaktieren Sie diese und bitten um Mithilfe in Form von Anekdoten aus Kinder- und Jugendzeit, Fotos und Ähnliches. Gegebenenfalls fragen Sie auch im Freundes- und Bekanntenkreis der Brautleute nach (auch wenn diese vielleicht nicht eingeladen sind). Hierzu können Sie eine eMail-Adresse bei einem Freemail-Anbieter einrichten und Ihren Redaktionskollegen das Passwort mitteilen; so haben Sie eine gemeinsame „Arbeitsplattform” zum Sichten des eingehenden Materials. Leider ist der zur Verfügung stehende Speicherplatz limitiert, daher sollten Sie speicherintensive Dokumente zeitnah auf den „Redaktionsrechner” herunterladen.

Sollten Sie bereits ein Konzept festgelegt und genaue Vorstellungen haben, formulieren Sie das, was Sie erhalten möchten, ganz konkret („wir brauchen Kinderfotos”, „wir brauchen Anekdoten aus der Schulzeit” ...), damit erleichtern Sie den Mitarbeitswilligen ihren Beitrag. Und scheuen Sie sich nicht, Termine festzusetzen – sonst kommen Sie nie ans Ziel! Seien Sie sich darüber bewusst, daß Sie die Mitarbeit gegebenenfalls auch anmahnen müssen (...ja, ja, der Mensch ist leider bequem!), bis Sie das gewünschte Material erhalten. Um das einzugehende Material zu digitalisieren ist nicht unbedingt ein Scanner notwendig: mittlerweile sind Digitalkameras der mittleren Preisklasse durchaus geeignet, das eingegangene Material brauchbar in Ihren Rechner zu bringen. Bei der Umsetzung der – hoffentlich zahlreichen – Beiträge sollte man zunächst über Art und Auflage der Hochzeitszeitung klar werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

a) das Unikat: Das Original erhalten nur die Brautleute. Für die Gäste fertigen Sie Kopien (farbig oder schwarz-weiß). Dieses ist sinnvoll, wenn die Zeitung im klassischen „Klebelayout” erstellt wurde, sprich: die Beiträge, Artikel, Fotos, Karikaturen etc. wurden mit Schere und Kleber zu einer kunstvollen Collage zusammengestellt. Falls die Redaktion nicht über einen Computer bzw. die notwendigen Kenntnisse verfügt, ist diese Form anzuraten. Kopien sind vergleichsweise günstig, ein Preisvergleich lohnt in der Regel. Copy-Shops, gerade in größeren Städten, haben auch ein geeignetes Angebot an Bindungsmaterialien (z.B. Spiralbindung, Klebebindung etc.) und sind in der Regel auch gerne bereit, Ihnen bei der Produktion zu helfen.

b) die Drucksache: alle Gäste erhalten in Ausführung und Qualität das gleiche Exemplar wie die Brautleute (deren Exemplar kann ggf. noch durch persönliche Widmungen der Gäste aufgewertet werden). Dieses bietet sich an, wenn man die Hochzeitszeitung mit einem Drucker produzieren kann. Alternativ gibt es mittlerweile auch zahlreiche Angebote im Internet, Hochzeitszeitungen in professioneller Qualität zu drucken, welches abhängig von Art und Auflage wesentlich günstiger sein kann als im Eigenverlag. Und als dritte Vervielfältigungsart bieten Copy-Shops auch die Möglichkeit an, Daten direkt auf deren Geräten auszugeben. Wofür Sie sich entscheiden, auch hier sollten Sie sich Gedanken über die Bindungsart machen: Es gibt im Büro-Fachhandel Klemmschienen aus Kunststoff, damit kann man eine Lose-Blatt-Sammlung einfach zusammenfassen. DIN A4 Seiten können Sie ebenfalls im Copy-Shop mit einer Klebebindung versehen lassen. Wenn Sie einen DIN A3-Drucker zur Verfügung haben, können sie die Seiten falten, heften oder vernähen.

c) die Wandzeitung: hier wird das Material in möglichst großformatiger Form während der Feier aufgehängt, damit die Gäste daran vorbeilaufen, diese betrachten und lesen können (vorher Präsentationsmöglichkeiten am Feierort erkunden). Am Ende der Feier wird diese dann abgehangen und den Brautleuten übergeben. Zur Gestaltung können Sie z.B. die Rückseite einer Tapetenrolle bzw. Fotokarton verwenden oder, falls Sie die Zeitung digital erstellt haben, Ausdrucke im DIN A3 oder A2-Format aufhängen. Diese Form hat den Vorteil, daß mit bereitliegenden Stiften die Gäste während der Feier inhaltlich etwas zur Zeitung beitragen können. Falls Sie diesbezüglich etwas von den Gästen erwarten, geben Sie diesen bitte durch vorherige Mitteilung die Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten, sonst erhalten Sie nur Ergebnisse zweifelhafter Qualität.

d) die virtuelle Hochzeitszeitung: technisch versierte Hochzeitszeitungsmacher können auch web-space (neudeutsch: Speicherplatz im Internet) mieten (dieses gibt es bei manchen Anbietern auch kos-tenlos, wobei man allerdings Werbung tolerieren muß), und veröffentlichen die Zeitung im World-Wide-Web (Internet). Gerade hier sollten Sie aber auf etwaige Verletzungen von Urheberrechten achten, eine Abmahnung eines Rechtsanwaltes ist sehr teuer! Falls Sie diesen Weg einschlagen, wäre eine Präsentation der besten Inhalte auf der Hochzeitsfeier mittels Beamer/Computer anzuraten, damit die Gäste, die keinen Zugang zum Internet haben, auch etwas von Ihrer Arbeit haben. Eine nette Geste wäre die Verteilung einer (Visiten-) Karte mit der entsprechenden Webadresse. Diese Karten können Sie ebenfalls im Internet für kleines Geld anfertigen lassen oder Sie drucken sich diese selber.

e) ...lassen Sie sich etwas Neues einfallen! Für diesen Fall würden wir uns über die Mitteilung Ihrer Ideen freuen (kontakt@heiraten-in-owl.de).

Ein Aspekt, der bei der Erstellung einer Hochzeitszeitung nicht zu vergessen ist: Wie wird das Ganze eigentlich finanziert? Die Kosten für die Produktion (und nicht für Ihre Zeit, die ist unbezahlbar!) können entweder durch die beteiligte Redaktion gedeckt werden oder durch den Verkauf der Zeitung auf der Feier (Festpreis oder Versteigerung). In ganz seltenen Fällen findet sich ein Sponsor (z.B. die Eltern der Brautleute) oder man vertraut darauf, daß ein Spendenaufruf bei Verteilung der Zeitung die Kosten decken wird. Aber falls Sie auf Kosten „sitzen” bleiben: betrachten Sie es als Geschenk an die Brautleute und ärgern Sie sich nicht! Welche Form Sie auch wählen, präsentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit nicht während gerade getanzt wird oder andere Darbietungen laufen. Falls Sie die Präsentation der Zeitung nicht als Programmpunkt ansehen, wäre ein geeigneter Zeitpunkt nach dem Hauptgang, dann kann während des Desserts geschmökert und anschließend weitergefeiert werden. Zu guter Letzt stichpunktartig noch ein paar Ideen und Anregungen für den Inhalt:

· Foto-Love-Story im Stil der „Bravo”

· Kinder der Gäste schreiben darüber, warum 2 Menschen bzw. diese beiden heiraten (müssen, wollen, sollen...)

· Gäste schreiben Lieblingsrezepte für eine Art „Kochbuch”, ggf. mit Foto (des Gerichts, nicht der Autoren;-))

· für die Titelseite Kinoplakate zitieren (z.B. „der Vater der Braut”, „Terminator” u.s.w.) und die Fotos der Brautleute einmontieren

· Darstellen vom Zusammenfallen wichtiger Daten der Brautleute mit historischen Ereignissen

· Interviews von Schwiegermüttern/-vätern über den Ehepartner des Kindes (hierbei bitte Fingerspitzengefühl, man will doch nicht riskieren, daß der Hochzeit eine Scheidung folgt...)

· Kreuzwort- oder andere Rätsel mit Begriffen aus der Umgebung der Brautleute (z.B. Geburtsname der Brautmutter oder Spitzname des Bräutigams...).

· kreativ bearbeitete Werbeanzeigen von Produkten, die von den Brautleuten gerne verwendet werden.

· getrennte Interviews mit den Brautleuten, wobei diese jeweils zur Verschwiegenheit verpflichtet werden sollten („besonders toll finde ich an meiner Braut/meinem Bräutigam...”, „zuerst geküsst haben wir uns...”, „ich kann es gar nicht leiden wenn er/sie...”) und, und, und.

· Seien Sie kreativ!

Wir hoffen, daß diese Tipps für Sie hilfreich waren und wünschen Ihnen viel Erfolg und Freude bei der Erstellung Ihrer Hochzeitszeitung.

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